
Heftkritik: Chip 10/04
Datum: Mittwoch, 29. September 2004 @ 15:31:52 MESZ Thema: Heftkritik
Kurz bevor nun Ende September die Elfer-Hefte an die Kioske kommen (das Oktoberfest beginnt ja auch im September), schnell noch eine Besprechung der aktuellen CHIP. Die wäre ja beinahe daran gescheitert, dass das Heft - wie die PC-Welt - im Laden nicht mehr zu bekommen sind. Allerdings sind die Gründe wohl andere als beim Konkurrenten von IDG:
Die aktuelle PC-Welt-Ausgabe wird etwa unter pcwelt.de weiterhin beworben, die aktuelle CHIP findet sich dort nicht. Dass das am "Service Pack 3" liegt, wurde hier ja schon diskutiert. Das ein oder andere Heft hat aber trotzdem die Leser erreicht, unter anderem den anonymen Kritiker. Dass das sogenannte SP3 keine sonderlich gute Idee war, hat mittlerweile vermutlich auch VogelBurda erkannt. Unabhängig davon ist das Versprechen auf dem Titel, "wirklich alle Sicherheitslücken" damit zu schließen, völlig unhaltbar und trägt, nimmt der Leser es ernst, sogar zur Unsicherheit bei - nichts ist gefährlicher für einen PC als ein User, der der Meinung ist, sein Rechner sei nun "wirklich sicher". Gratulieren darf man Chip hingegen zum zweiten Titelthema: wer wollte nicht schon immer mal ein PC-Cluster zuhause stehen haben? Fraglich ist allerdings, welcher Teil der Chip-Leser sich für das Thema interessiert, zumal die wirkliche Killeranwendung "Doom 3 endlich flüssig spielen dank Cluster" noch fehlt. Dann hätten wir da noch "Die Waffen der Hightech-Hacker" - eine Titelzeile, die etwas anderes verkauft, als der zugehörige (trotzdem interessante) Artikel liefert. Nun der Reihe nach: das Editorial, in dem es u.a. um Phonoline (RIP) geht, greift der Zeit ein wenig voraus. Der Aktuell-Artikel zu Softwarepatenten ist recht ausgewogen - beinahe noch zu unkritisch, geht er doch auf die seltsame Tatsache, dass die EU-"Regierung" einfach einen Beschluss des gewählten EU-Parlaments ignoriert, nicht gebührend ein. Dem Photokina-Special ist der zeitige Redaktionsschluss anzumerken. Zudem liest sich mancher Text sehr werblich: "...ein Qualitäts-Objektiv von..., das besonders auf die Randbereiche hin optimiert wurde, um...", "hochwertige VGA-Videofunktion". Der Notebook-Test ist ein wenig unbefriedigend, weil die Geräte so nah beieinander liegen. "Für wen sich welches Gerät am besten eignet" (Vorspann) zeigt sich nur, wenn das Budget fest bei maximal 1300 Euro liegt. Und ein 2,9-Kilo-Gerät ist nun wirklich nicht "angenehm leicht", wenn ein 3,5-Kilo-Brummer als "sehr schwer" bezeichnet wird. Nützlich: die Hardware-Tipps, die nur ausnahmsweise etwas flach sind ("Richtige Körperhaltung entspannt", "Windows XP sicherer machen mit SP2"). Im BluRay-vs.-HD-DVD-Report geht die Überschrift wieder knapp am Thema vorbei - schade, dass da offensichtlich zu sehr auf die knackige Zeile gezielt wird. Der Bericht selbst ist im übrigen sehr brauchbar. Ebenfalls gut: der Praxis-Artikel zum WLAN-"Tuning" (wobei Tuning eigentlich der falsche Begriff ist). Generell gilt: der Praxisteil ist in dieser Ausgabe die "bessere Hälfte".
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